Durch die sehr erfolgreichen Tiefbohrungen an der Schäftlarnstraße in München konnte gezeigt werden, dass geothermische Energie einen wesentlichen Beitrag zur Fernwärmversorgung der Landeshauptstadt leisten kann.

Dieser Erfolg der Stadtwerke München (swm) hat möglicherweise dazu beigetragen, dass die Landeshauptstadt München sich das ehrgeizige Ziel gesetzt hat, bis zum Jahr 2035 einen überwiegenden Anteil der Fernwärmeversorgung durch geothermische Energie bereitzustellen.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine große Anzahl von Tiefbohrungen erforderlich. Zu einem großen Teil müssen diese, wegen der Nähe zum Fernwärmenetz, auch im innerstädtischen Bereich durchgeführt werden. Dies führt oft zu Lärmkonflikten, da Tiefbohranlagen in vielen Betriebsphasen ohne Unterbrechung betrieben werden müssen. Damit sind Lärmkonflikte während der Nachtzeit zu erwarten.

Um diese Lärmkonflikte zu vermeiden, ist im Auftrag der Stadtwerke München durch die GTA mbH eine Untersuchung durchgeführt worden, Lärmminderungskonzepte an drei völlig unterschiedlichen aber leistungsfähigen Tiefbohranlagen modellhaft zu erproben.

Für die drei betrachteten Tiefbohranlagen konnte gezeigt werden, dass bei Anwendung sehr weitgehender Maßnahmen, die selbst eine Einhausung des Bohrmastes bei einer dreizügigen Anlage einbeziehen, eine Einhaltung der Nachtrichtwerte des allgemeinen Wohngebietes in einer Entfernung von ca. 100 m zum Bohransatzpunkt realisierbar wird.

Neben den klassischen technischen Schallschutzmaßnahmen (lärmarme Aggregate, „aktive“ und „passive“ Maßnahmen nahe der Schallquelle und auf dem Schallausbreitungsweg) kommen Überlegungen hinzu, die Betriebsphasen einer Tiefbohranlage so zu steuern, dass möglichst wenig lärmintensive Phasen in die Nachtzeit fallen.

Hier setzen unter anderem Untersuchungen der GTA mbH an, die in der nächsten Zeit durchgeführt werden, damit die Ziele der Landeshauptstadt München erreicht werden können, eine CO2-arme Wärmeversorgung der Stadt zu ermöglichen.